Ein grobes Tagebuch, über das Leben als Globetrotter.
Route bis jetzt link
(Internetzenter Oslo. Der Inder in der Disskussion mit der Interin neben mir, gibt komische Geräusche von sich. Ich nehme ein Schluck vom Fruchsaft und spühre wie ein Schweisstropf von der Stirn rinnt. Es ist warm heute.)
Aaalso:
19.6.10
Ich checkte aus und beobachtete wie ein Fischer einen Hecht an Land holte.
Dann zog ich mir die Hochzeit der Kronprinzessin rein und verabschiedete mich in der U-Bahn von Cedric.
(Tja, und bei den 17 Milliarden Bilder, die geschossen wurden: Bei meinem schliesst die Hübsche die Augen!!! Das Leben kann so hart sein.)
An der Autobahneinfahrt war aber nichts los. Also wanderte ich an einen schönen See ausserhalb der Stadt und campierte.
20.6.10
Als ich mit einem Busschaffeur anfing zu disskutieren, gab er mir einen guten Tip für eine andere Einfahrt. Und er fuhr mich gleich gratis dahin...
(Viel Platz und weite Sicht, das hat der Tramper gerne!)
Allgemein wars aber schwierig in Schweden zu stöppeln. Die Leute waren ziemlich uncool. Also kam ich nur langsam von Dorf zu Dorf voran...
(Dafür hatte ich VIEL Zeit die Gegend anzusehen!)
2 Erfolge gabs aber. 1. Nahm mich zum ersten mal ein Taxi mit -gratis-. 2. Organisierte mir ein McDonaldschef der mich mitnahm ein riesen Menu –gratis-.
Bei Jönköping nahm mich dann ein normales Ehepaar mit bis kurz vor Göteborg! Ausserdem luden sie mich ein. War Super. Sich frei zu bewegen zu duschen und zu essen war mal seit 18 Tagen was anderes... Sie waren sehr zu vokommend und waren grossartige Gastgeber und versprachen mir jemand für die Strecke bis nach Göteborg zu organisieren.
21.6.10
Am morgen stand ein Fahrer bereit. Ein Freund, der mich den Arbeitsweg nach Göteborg mitnahm. Als vor 700 Jahren Schweden nur ein schmaler Landstreifen an der Westküste besass, musste dies verteidigt werden. Darum wurden hier Festungen gebaut. Daraus entwickelte sich einer der Grössten Häfen Nordeuropas. Leider war sonst aber nicht so viel los in der Stadt.
(Das Touri- Boot war ganz o.k. Die tiefen Brücken zwingt die Leute aber regelmässig in die Knie!)
(r. Die Jugi war Top.)
(l. Die Frauen der Fischer hatten zu kalt während sie den Fang verkauften. Also bauten die Männer ihnen eine Halle. Da sie ein bisschen wie eine Kirche aussieht, wurde sie kurzerhand zur Fischkirche umbenannt. r. Die Schweden fahren voll ab auf Snus. Der Tabakmix den man sich unter die Lippe klemmt, wird in riesen Schränken zum Verkauf angeboten!)
(Überall in Skandinavien sieht man dieses Zeichen. Ironischerweise sieht es aus wie die Flagge des Freidorfes Christiania in Kopenhagen. Habe aber gehört es sei die Weltgrösste Securitas der Welt. Sie überwachen jedes zweite Haus hier oben... Ob das gut geht?)
22.6.10
Nach ein paar Sehenswürdigkeiten, fand ich endlich ein Internetcaffe mit anständigem Anschluss und bezahlbaren Preisen.
(l. Ein altes Quartier mit guter Stimmung. r. Die Fischersfrau auf der Säule schaut hoffnungsvoll ins Meer hinaus und hofft das alle heil zurückkommen, Fischen war früher extrem gefährlich. Ein Schunkeln der kleinen Boote und der Fischer verschwindet für immer im Wasser.)
Schliesslich nahm ich die Fähre nach Friedrichshafen in Dänemark. Es windete wie Sau, aber die Ausfahrt aus dem Hafen war genial. Ich fühlte mich noch nie so frei. Da alle anderen vor dem Wind kusten, hatte ich das ganze Deck einer Riesenfähre für mich alleine: JEHAAA!!!
Industrie und Hafenlandschaften bei der Ausfahrt.
(Diese Festung war ein Grund für die gute Entwicklung der Stadt)
(r. Hotdog, Bier, WM, Meer.)
Frederikshavn:
In Dänemark angekommen war schon alles geschlossen. Also fuhr ich mit einem gratis City- Bike in den Wald um zu Zelten.
(Ja da guckten die Dänen. Tramper auf Rad.)
23.6.10
(Fette Kirche und Fetter Kanonenturm)
Nach einem Spaziergang im netten Städtchen musste ich auch schon die Fähre Richtung Oslo nehmen. Pralle Sonne die ganze Überfahrt.
An Deck traf ich auf einen Hardcore Töfffahrer. Er kahm schon in der ganzen Welt herum und war auf dem Weg zum Nordcap. Da man früher in der DDR nur eine Wohnung bekam, wenn man heiratete. Hatte er sehr früh Kinder. Darum hat er jetzt noch vor der Pensionierung Zeit sich Europa anzusehen.
Die Einfahrt nach Oslo war der absolute Hammer!
(l. Oslo. r. Alte Festung)
(Opera die ins Meer gebaut wurde. Oslo erlebt einen krassen Bauboom)
(Blick zurück ins Fjord)
Ich übernachtete dann in einem nahen Wald. Plötzlich hörte ich Geräusche nebenan und entdeckte viele andere gebastelte Zelte. Rumänische und deutsche Sommerarbeiter haben keine Chance eine Wohnung für 4 Monate im boomenden Olso zu finden. Also zelten sie jetzt im Wald. Nach einer kurzen Diskussion ging ich ins Zelt pennen.
24.6.10
Nachdem ich mir ein Hostel organisiert habe, fand ich ein Trödelmarkt wo ich bezahlbare Fischersachen fand.
Also rüstete ich mich für den wilden Norden aus. Sonst nahm ich den Tag locker. Im Zimmer traf ich Fabio der Brasilianer, zwei Australierinnen und einen Franzosen. Dieser schwärmte von der Natur und den Fischen im Norden...
25.6.10
Es war schon gegen 10 Uhr als ich aufwachte. Die packenden Australierinnen schenkten mir netterweise ihr Frühstück. Gestärkt startete ich einen krassen Museumstag. Zog mir alles wichtige innerhalb ein paar Stunden rein. Schliesslich könnte man locker eine Woche in Oslo verbringen um nur schon die Kunstmuseen zu besichtigen.
Impressionen:
(Schloss: Norwegen ist eine sehr junge Nation. Erst vor ca. 100 Jahren wurden sie wieder unabhängig.)
(r. Ein Smartfahrer der das Parken im Griff hat!)
(Auch der Maurer bekam seine Statue. r. Ich habe noch nie soviele Bettler und Gaukler gesehen. Auf alle 5 Meter kommt in der Stadt ein Versteinerter Römer, eine Bettlerin oder Handorgelspieler.)
(Im Rathaus werden die Nobelpreise vergeben. Die sehr grosse Halle ist geschmückt mit Kunst und Bilder. Das eindrücklichste im Nobel- Museum nebenan, war wohl die Vergebung der verschiedenen Volksgruppen nach dem Ende der Apartheit. Gute Dokumentationen schilderten das Leben der Preisträger. Es ist nicht einfach ein Held zu sein!)
(Die besterhaltenen Wikingerschiffe gabs hier. Als Grabbeigabe verbuddelt beherbergten sie auch: Schlitten, Kleider, Schmuck, Waffen, Sklaven und ein paar Pferdkadaver.)
(Maritimes Museum: Der Show über die Küste Norwegens war eindrücklich. Hier sieht man ein 12 Meter langen Einbaum. ca. 4400 Jahre alt und über 2 Tonnen schwer.)
(Die Fram ist das Segelschiff, dass am nödlichsten und am südlichsten gesegelt ist. Unglaublich wie die Besatzung den Einschluss im Packeis überlebt hat. )
(Thor Heyerdahl bekam sein eigenes Museum. l. Das Ägyptische Schilfboot, mit welchem er über den Antlantik segelte, r. die Kon-Tiki. Mit diesem Basaltfloss schaffte er es von Südamerika bis nach Ozeanien zu den Pazifischen Inseln vor Australien. Somit bewies er, dass schon zu Urzeiten Völker gewissen Kontakt haben konnten. )
Persönlich
gehts mir sehr gut. Habe immer wieder tolle Leute getroffen. Ein bisschen Heimweh habe ich dann doch. Auch dass der Sommer hier oben nicht so warm ist, bekomme ich zu spühren.
Plan A
ist zuerst Richtung Westen nach Bergen zu trampen um dann weiter nach Norden zu gehen. Los gehts!